Februar 2012
„Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann ist ein wunderbar amüsanter Roman über das Leben des „Fürsten der Mathematik" C.F. Gauß und dem Forscher A. von Humboldt.
Mit solch einer Leichtigkeit werden einem geschichtliches und biographisches Wissen vermittelt, dass man ohne aufkommende Langeweile das Buch quasi in einem Rutsch lesen kann. Die Ironie im Leben von Gauß, (Er als großer Mathematiker hat einen Sohn, der unglücklicherweise so viel Interesse an der Mathematik zeigt wie A. von Humboldt an Frauen – nämlich gar keins.) als auch in der Erzählweise von Kehlmann sind wiederkehrende Elemente, die das Lesen zu einem großen Vergnügen machen:
„Es missfiel ihm zu sehen, an wievielen Stellen Frauen beharrt waren; das schien ihm unvereinbar mit ihrer natürlichen Würde."
„Die Kutsche setzte sich in Bewegung und zu Beginn war sie voll übelriechender Leute, eine Frau aß rohe Eier mitsamt Schale…"
„In Henriettes Salon trafen sich einmal die Woche gebildete Leute, sprachen über Gott und ihre Gefühle, weinten ein wenig, schrieben einander Briefe und nannten sich selbst Tugendbündlern."
„Häufig kamen Frauen zu Besuch: Humboldt zählte die Läuse in ihren geflochtenen Haaren."
Und zu guter Letzt ein kleiner Tipp für die Lesefaulen: „Die Vermessung der Welt" wird im Oktober 2012 in die Kinos kommen.

