Naturpark Dahme-Heideseen startet Wildkatzenmonitoring

Prieros - Im Naturpark Dahme-Heideseen wird in diesem Jahr das Wildkatzenmonitoring zum vierten Mal durchgeführt. Um der scheuen Wildkatze auf die Spur zu kommen, kontrollieren die Rangerinnen und Ranger des Naturparks Dahme-Heideseen jetzt bis Anfang April die Lockstöcke. Parallel dazu wird bis zum 17. April die Ausstellung "Wildkatzenwälder von morgen" im Infopunkt des Naturparks in Prieros gezeigt.

 

Während sich noch viele Tiere im wohlverdienten Winterschlaf befinden, werden die Wildkatzen schon aktiv. Das ist der richtige Zeitpunkt für das Wildkatzenmonitoring. Wer in nächster Zeit in den Wäldern des Naturparks einen nummerierten Stock im Waldboden sieht, sollte diesen daher stecken lassen. Denn nicht die Menschen sollen sich an den "Lockstöcken" zu schaffen machen, sondern Wildkatzen.

 

Die Lockstöcke werden mit einer Baldrian-Lösung besprüht. Vom Baldriangeruch angelockt reiben sich die scheuen Tiere an dem Stock. Die Haare, die so am rauen Holz hängen bleiben, können mit einer Pinzette eingesammelt und dann im Labor untersucht werden. Mit dieser Methode werden die Tiere nicht in ihrem natürlichen Verhalten beeinflusst. Einmal pro Woche werden jetzt die Lockstöcke zwischen Briesen und Märkisch Buchholz auf Haare untersucht. Wenn Haare gefunden werden, gehen diese zur genetischen Analyse zur Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

 

Es gab für das Land Brandenburg erstmals im Jahr 2007 einen genetisch bestätigten Wildkatzennachweis. Es handelte sich um ein Verkehrsopfer auf der A 11 bei Pfingstberg (Landkreis Uckermark). Anfang 2018 konnte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Brandenburg wieder eine Wildkatze in Brandenburg sicher nachweisen. Der Nachweis erfolgte anhand einer bei Kummersdorf-Gut (Landkreis Teltow-Fläming) gefundenen überfahrenden Katze. 

 

Seitdem wurden durch die Naturwacht weitere Wildkatzen im Hohen Fläming gefunden, 2023 sogar der erste Wildkatzen-Nachwuchs im Land Brandenburg. Auch im Nachbar-Naturpark Nuthe-Nieplitz konnten im Wildnisgebiet Jüterbog Wildkatzen nachgewiesen werden. Im letzten Jahr gab es einen Wildkatzennachweis im Unterspreewald - deutlich östlicher, als es frühere Nachweise vermuten ließen. 

 

Mit dem Monitoring soll festgestellt werden, ob es sich um mehr als um wenige Einzelfunde handelt. Die Naturparkverwaltung hofft in diesem Jahr auf einen Erstnachweis im Naturpark Dahme-Heideseen. Ziel ist es, die Ergebnisse zu nutzen, um sinnvolle Schutzmaßnahmen zu realisieren. Insbesondere können geeignete Waldlebensräume miteinander verbunden werden, um sogenannte "Wildkatzenkorridore" zu schaffen, die die Ausbreitung der Wildkatze besser ermöglichen.

 

Parallel zum Monitoring wird bis 17. April 2025 die Ausstellung "Wildkatzenwälder von morgen" im Infopunkt des Naturparks gezeigt. Der Infopunkt befindet sich in der Arnold-Breithor-Straße 8 in 15754 Heidesee, Ortsteil Prieros. Der Naturpark bittet für den Ausstellungsbesuch um Anmeldung per E-Mail an oder unter der Telefonnummer 033768/ 969-0.

 

Hintergrundinformationen zur Wildkatze

 

Der typische Lebensraum für Wildkatzen in Mitteleuropa sind naturnahe Waldgebiete. Felis silvestris, so der wissenschaftliche Name, nutzt Totholzansammlungen, umgestürzte Wurzelteller, Baumhöhlen, Tierbaue, Dickichte sowie alte Bunkeranlagen als Ruhe- oder Wurfplätze. Offene Flächen wie Lichtungen, Windwurfflächen, steinige Halden, Waldsäume, Wiesen und Felder sind ebenso wichtig, denn sie dienen als Nahrungsgebiete. Die Hauptnahrung machen dabei Kleinsäuger aus.

 

Wildkatzen sind von der Zerschneidung der Waldlebensräume durch Straßen, Siedlungen und ausgeräumte Agrarflächen besonders betroffen. In den letzten Jahren konnte die Wildkatze Teile ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes wieder besiedeln. Ihre Rückkehr ist eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes. In Deutschland gibt es nach Schätzungen 6.000 bis 8.000 Wildkatzen.

 

Wildkatzenvorkommen an den Rändern des Verbreitungsgebietes sind jedoch häufig noch instabil und können durch Straßentod, Krankheiten und Wetterextreme schnell wieder erlöschen. So wurde auch das bei Kummersdorf-Gut im Landkreis Teltow-Fläming entdeckte Wildkatzenweibchen überfahren aufgefunden. 

 

Die Europäische Wildkatze stammt nicht von verwilderten Hauskatzen ab. Sie streifte schon durch unsere Wälder, lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen über die Alpen brachten. Das Verbreitungsgebiet der Wildkatze erstreckte sich noch bis ins 20. Jahrhundert hinein fast über den ganzen Kontinent. Heute zählt die Wildkatze bei uns zu den gefährdeten Arten.

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Storkow (Mark)
Mi, 12. Februar 2025

Weitere Meldungen

Sonntag, 20.09.: Naturpark Hoffest Burg Storkow

Am Sonntag, dem 20. September, von 11 bis 17 Uhr lädt das traditionelle Naturpark Hoffest auf der ...

Montag, 21.09.: Schulung zum Gästebeitrag für Gastgeber

Zum 1. Januar 2027 wird in der Stadt Storkow (Mark) und ihren Ortsteilen der Gästebeitrag ...